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Wanderung im Märchenwald

Datum:
Freitag, 26. Juni 2026

Uhrzeit:
22:00 Uhr

Ort:
Sendero La Llania

Koordinaten:
27°47.100'N, 17°54.101'W

Reisetag:
290

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
herrlich

Seegang:
nein

Wind:
nur ein Hauch

Autor(in):
Jürgen Trost

Durch das Wolkenmeer

Heute machen wir uns auf Schusters Rappen auf den Weg, um die für uns neuartige Vegetation kennenzulernen. Wir profitieren von fleißig ausgebauten und gepflegten Wanderwegen. Zur Orientierung dient uns glücklicherweise das Handy; denn bei den kleineren Wegen waren die Schilder doch etwas sperrlich aufgestellt. Damit war denn auch unsere einzige Sorge beschrieben, dass nämlich der Akku des Handys versagen könnte. Diese Sorgen konnten wir verkraften und machten uns fröhlich pfeifend auf einen großen Rundweg in der Höhenlage. Zunächst hingen unsere Augen an den kanarischen Kiefern und anderen unbekannten Pflanzen bis wir einen seltsamen Nadelbusch fanden. Dieser stand auf einem exponierten Platz in der Nähe der Abbruchkante des Tales, und es sah aus, als sei er in eine große Betonwanne eingegossen.

Auf unserer Autotour zogen immer wieder Nebelschwaden über das grüne Hochland der Insel. Im spanischen wird dieses Phänomen auch als "mar de nubes"-Wolkenmeer bezeichnet. Es entsteht dadurch, dass feuchte, kühle Luft an den Berghängen emporsteigt und von der oberen, wärmeren Luftschicht nach unten gedrückt wird. Auf einer Höhe zwischen 500 und 1500 Metern staut sich die Feuchtigkeit und bildet eine dichte Wolkendecke. Über den Kiefernwäldern ist dieses Wolkenmeer besonders beeindruckend. Auf El Hierro diente die natürliche Nebelkondensation an den Kiefern historisch als wichtige Methode zur Wassergewinnung. Die Feuchtigkeit tropft von den Nadeln, sammelt sich am Stamm und wurde früher in speziellen, im Boden eingelassenen Auffangwannen gesammelt und in Zisternen geleitet. Informationstafeln auf unserem Wanderweg erläutern diese Besonderheit des Waldes und lassen uns staunen.

Auf unserem Weg zwischen den alten Bäumen treffen wir kaum andere Wanderer. Über die längste Zeit laufen wir im schattigen Wald oder an der Abbruckkante mit weiter Sicht über die Insel. Wir sind unserem Handy dankbar für die tolle Wegempfehlung und -begleitung. 

 

Schlagworte: Wandern Kanarische Inseln El Hierro

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