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Ein Marina Ranking

Datum:
Donnerstag, 14. August 2025

Uhrzeit:
19:30 Uhr

Ort:
Ijmuiden

Koordinaten:
52°27.497'N, 4°33.718'O

Reisetag:
5

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
heiter bis wolkig

Seegang:
0 m

Wind:
10kts

Autor(in):
Jürgen Trost

Wen hat es denn nun am Besten getroffen?

Als wir unseren niederländischen Liegenachbarn in Borkum Burkana auf Nachfrage erzählten, dass wir planten, in Ijmuiden einen Zwischenstopp einzulegen, erfolgten nachdrückliche Belehrungen, dass, wenn man irgendwo in den Niederlanden anhält, dann ja nicht in Ijmuiden. Gegenargumente wie, dass Ijmuiden von der Entfernung und der Erreichbarkeit für Segler aus Borkum ideal liegt, wurden nicht akzeptiert. Ijmuiden wird vom Industriehafen beherrscht, hat relativ schlechte Versorgungsmöglichkeiten im Hafen und es gibt so viele schöne Häfen in der Nähe. Ein Argument wurde akzeptiert. Wer in Borkum übernachten kann, der ist sicher auch in der Lage, Ijmuiden zu überstehen.

Nun, wo wir Ijmuiden kennengelernt haben, verstehen wir unsere Nachbarn. Ijmuiden ist aufgrund der Größe recht unpersönlich, landschaftlich wenig ansprechend und von Einkaufsmöglichkeiten im  Hafen schwach aufgestellt. Als wir feststellten, dass wir noch die Starterbatterien für die Diesel tauschen wollten, konnten wir aber von den Versorgungsmöglichkeiten im eigentlichen Ort profitieren, wo wir Alles fanden, was des Skippers Herz erfreut.

Besonders bemerkenswert finden wir aber das Thema Digitalisierung des Hafens. Wir haben in Ijmuiden keinen Hafenmeister kennengelernt. Es hat uns auch kein Hafenmeister vom Liegeplatz vertrieben. Alles wird per App und Mail erledigt. Während wir in Deutschland noch die Orakelknochen befragen müssen, um die Ankunftszeit eines Regionalzuges zu erfahren, werden tägliche Geschäfte in Ijmuiden mit dem Handy erledigt. Das Starten einer Waschmaschine wird so zur Schnellausbildung in Digitalisierung.

Um das Gebäude mit der Waschmaschine zu öffnen braucht man einen QR-Code (nicht den von gestern), den man auf dem Smartphone anzeigen lässt und der von der Kamera erfasst und mit dem Klicken des Türschlosses quittiert wird. Der Raum mit den Waschmaschinen ist schnell gefunden. Die Waschmaschine will aber mit Trockner insgesamt 10,00€ in 1,00€ Münzen. Kein Mensch hat Münzen, weil alle Niederländer digital bezahlen. Also die BezahlApp downloaden. Halt, zuerst noch das WLAN herausfinden und aktivieren, das in dem Gebäude empfangen werden kann und das nicht durch ein Passwort geschützt ist. Also jetzt BezahlApp downloaden, Bezahlmöglichkeit eingeben. Upps, das Handy zeigt mir alle Waschmaschinen in dem Raum. Ich suche eine Maschine aus, bestücke sie und starte mit dem Handy. Feucht unter den Achseln aber mit einem heimlichen Stolz auf den Sieg über die digitalen Hürden verlasse ich den Ort des Geschehens. In 45min werde ich eine Nachricht auf dem Handy erhalten, dass die Maschine fertig ist. 

Am Steg steht ein älterer Herr und schimpft über die QR-Codes, die ihm nicht den Weg zu seinem Boot öffnen wollen. 

Schlagworte: Niederlande

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