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Ankunft im Süden

Datum:
Samstag, 27. September 2025

Uhrzeit:
20:15 Uhr

Ort:
A Coruña

Koordinaten:
43°22.051'N, 8°23.053'W

Reisetag:
49

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
heiter

Seegang:
0.5 m

Wind:
auch

Autor(in):
Jürgen Trost

Abseits des Massentourismus

Viveiro liegt abseits der großen Tourismusströme, auch die Marina. Aber alles ist dafür vorbereitet, dass viele Yachten die Anlage sprengen und die Buchhaltung auf harte Proben stellen. Und solange nur wenige Yachten kommen, wird das gesamt mögliche Controlling auf diese Besucher angewendet. Der freundliche Hafenkaptän hatte uns schon vorgewarnt, dass wir zur Anmeldung Reisepässe, Versicherungspolicen und Schiffszertifikate benötigen. Sicherheitshalber bringen wir unseren gesamten Dokumentenordner mit und kaum eine Stunde später sind wir ordnungsgemäß angemeldet und freundlich begrüßt.

Nach der langen Biskayaquerung sind wir rechtschaffen müde und werden am nächsten Morgen im Badezimmer von der Zollbehörde überrascht, die eine Routineüberprüfung vornehmen will. Die freundlichen Herren durchsuchen uns nicht, müssen aber Reisepässe, Versicherungspolicen und Schiffszertifikate fotografieren und die wichtigsten Daten übertragen. Weil unser Spanisch gerade für "Buenos dias" reicht und die Zöllner mit dem Englisch noch nicht ganz fertig sind, verständigen wir uns in fast freundschaftlichem Ton mittels Google und viel Geduld. Zum Schluß gibt es, weil dies unsere erste Kontrolle war, ein Abschiedsfoto verbunden mit dem Hinweis, dass in spanischen Gewässern die Nationalflagge zu zeigen ist (Aua, wer war bei Sonnenaufgang noch in der Koje?). Wir bedanken uns für den Hinweis. 

Einen Tag wollen wir hier bleiben und das kleine Städtchen kennenlernen. Wir spazieren durch die historische Innenstadt und genießen die im Vergleich zur Bretagne spürbar milderen Temperaturen. Wir lernen, dass in Viveiro zur Karwoche traditionelle Prozessionen stattfinden, deren Organisation und Durchführung in der Breite der Bevölkerung verankert ist. Den Herolden, die den Beginn der Prozessionen in traditionellen Gewändern ankündigen, ist in der Innenstand eine Skulptur gewidmet. Die traditionellen Gewänder sollen sicherstellen, dass die Teilnehmer anonym in Demut teilnehmen und nicht aus Gründen persönlicher Eitelkeit. Auf uns wirken die Figuren eher gruselig.

Beim Rundgang nehmen wir erfreut zur Kenntnis, dass wir nicht von Menschenströmen geschoben werden, sondern in Ruhe das gemütliche Städtchen wahrnehmen können. Besonders genießen wir unsere Siesta mit Einheimischen auf dem Marktplatz. 

Wieder im Boot verspricht der Wetterbericht noch einen Tag Ostwind und wir beschließen frühmorgens aufzubrechen, um A Coruna anzulaufen. Leider hält der Wetterbericht sein Versprechen nicht und wir verbringen einen recht eintönigen Tag auf See, bis wir abends in eine große Marina mit bemerkenswerten Yachten einlaufen. Ein Marinero und unser Liegeplatznachbar helfen uns beim Anlegen und wir sind froh nach einem nicht zu langen Schlag einen guten Liegeplatz gefunden zu haben. 

Schlagworte: Spanien

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