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Lissabon

Datum:
Dienstag, 04. November 2025

Uhrzeit:
21:30 Uhr

Ort:
Cascais

Koordinaten:
38°41.577'N, 9°24.942'W

Reisetag:
87

Crew:
Diane, Nils und Jürgen

Wetter:
kaum

Seegang:
nein

Wind:
auch nicht

Autor(in):
Diane Trost

Ausflug in eine andere Welt

Für den letzten Tag vor Nils´ Abreise hat Jürgen uns einen schönen Besichtigungsplan ausgearbeitet, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit einem machbaren Zeitrahmen verbindet. Wir fahren gleich nach dem gemeinsamen Frühstück mit einem Uber-Taxi über die Küstenstraße Avenida Marginal parallel zur Straßenbahn in die Innenstadt von Lissabon - schon das ist herrlich. Dann geht es durch die engen Gassen der Altstadt - Alfama - hinauf zum Castelo de São Jorge. 

Es gibt für die Tour durch das Castello deutsche Audioguides, mit deren Hilfe erkunden wir die gut aufbereiteten Stationen und haben dazu dank des guten Wetters (wenn Engel reisen) einen fantastischen Blick über die Stadt und die Flußmündung des Tejo. Wir erfahren viel Geschichtliches von Phöniziern, Griechen, Karthargern, Römern, der muslimischen Herrschaft und der christlichen Rückeroberung der Iberischen Halbinsel.

Leichtfüßig geht es danach den Berg hinunter zum Flußufer auf den Terreiro do Paço, den Schlossplatz. Wir wollen durch die breite Fußgängerzone Rua de Augusta vom Triumpfbogen bis zum  Praça de Dom Pedro IV, kurz Rossio genannt, laufen. Aber was ist das? Weihnachtsdekoration und -beleuchtung mitten im Sommer? Statt eines Adventskalender kaufen wir ein Eis. 

Danach besuchen wir das archäologische Museum. Es ist in einem Teilbereich der ausgebrannten Kirche des beim Erdbeben 1755 zerstörten Karmeliterklosters Convento do Carmo untergebracht. Unsere Tour führt noch zur Besichtigung der ältesten Kirche Lissabons, der Sé de Lisboa. Die romanische Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert wurde auf den Grundmauern einer ehemaligen Moschee errichtet. Im Inneren der Kathedrale erwartet uns eine beeindruckende Raumwirkung mit hohen Decken, aufwendig gestalteten Altären und mittelalterlichen Statuen. Und vom Hochchor aus haben wir eine schöne Aussicht sowohl auf das Innere der Kathedrale als auch auf die umliegende Stadt.

Überraschend wird uns auf der Rückfahrt nach Cascais noch eine 1-stündige Kostprobe portugiesischen Gesangs von der rasanten Uber-Fahrerin geboten. Sie begleitet ihre todesmutige Fahrt um die Langsamfahrer rechts und links durch anhaltenden Gesang. War es vielleicht Fado – jene portugiesischen Musik, die tiefe Melancholie und Sehnsucht mit einer einzigartigen Klangästhetik verbindet und ihre Wiege in der Alfama hat? Nils überlegt ernsthaft, ob er die Fahrerin nicht auch morgen für die Fahrt in der Rush-Hour zum Flughafen buchen sollte. 

Schlagworte: Sehenswürdigkeiten Portugal

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