Segelyacht John B. logoNeuester Eintrag Zufälliger Eintrag
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Schauen wir doch heute nur um die Ecke

Datum:
Mittwoch, 08. Oktober 2025

Uhrzeit:
21:15 Uhr

Ort:
Ria de Pontevedra

Koordinaten:
42°23.933'N, 8°48.879'W

Reisetag:
60

Crew:
Diane und Jürgen

Wetter:
bedeckt

Seegang:
1.2m Dünung

Wind:
4 - 14 kts

Autor(in):
Jürgen Trost

Slapstick vor der Stadt

Das Klima mag für uns (Nord-) Deutsche sehr mild für den Herbst zu sein, aber der späte Sonnenaufgang spricht eine deutliche Sprache. Als wir um 08:00 Uhr die John B. seeklar machen, ist es noch sehr dunkel. Aber das Klarmachen läuft uns leicht von der Hand und die Motoren melden sich mit überzeugendem Brummen zum Dienst. Um 09:30 Uhr ist John B. auf Kurs und wir genießen die Morgenstimmung auf See. 

Das Ziel heute ist die Ria de Pontevedra. Wir nehmen uns zunächst einmal kleinere Schläge vor, bei denen wir recht dicht unter Land bleiben, bis wir uns über die Aktivitäten der Orcas und ihre aktuelle Wanderung im Klaren sind. In unserer nächsten Bucht warten einige nette Ankerbuchten vor der mittelgroßen Stadt Sanxenxo. Sanxenxo ist leicht auszusprechen, wenn man die Zungenspitze soweit wie möglich unter die unteren Schneidezähne schiebt und dann einfach spricht wie man schreibt. Es erinnert irgendwie an Weinfest, finde ich. 

Das Segeln (und auch das Motoren) unter Land hat seinen eigenen Reiz, da man doch viele Details der Küste erkennen kann. 

Gegen 17:00 Uhr werfen wir den Anker bei mehr als 7m Wassertiefe (Hochwasser und Tidenhub von 3.5m) auf felsigem Grund. Diane lässt die Maschinen rückwärts laufen, um den Anker einzufahren. Der Anker greift, wir sind angekommen und statt Einlaufbier gibt es einen Ankerkaffee. Und obwohl wir vor der Uferpromenade von Sanxenxo liegen, ist es gemütlich ruhig mit interessanter Sicht auf das Strandleben. 

Um 19:00 Uhr machen wir das Dinghi Johnny B. klar, damit Lukas seinen Abendspaziergang einfordern kann. Die Fahrt ans Ufer gerät uns dann aber zur Slapstickeinlage, als die Brandung höher ausfällt als von Bord aus eingeschätzt, der Hund in der Nähe des Strandes seine Disziplin vergisst und der Außenborder sich nicht so schnell hochklappen lässt wie von den Wellen gefordert. Als ich endlich bereit bin, das Dinghi zu verlassen und an Land zu ziehen, erwischt mich eine Welle, als der linke Fuß schon neben dem Boot, der rechte aber noch im Boot ist. Mein zunächst noch indifferenter Schwerpunkt entschließt sich für eine Lage außerhalb des Bootes, das durch die Welle aufschwimmende Boot dreht mich in einer wenig eleganten Bewegung auf den Bauch und ich versinke ohne weitere Kommentare unter Hund, Boot und Welle. 

Nach dem Ausflug sehen Lukas und ich wie vom feinen Sand des Strandes paniert aus. Diane hilft uns an Bord, meint, dass die Bedienung des Dinghis geübt werden muss, und wir beschließen einen Tag hier zu bleiben. Als Sofortmaßnahme beschließen wir ferner, die an Bord befindliche, wasserdichte Handytasche bei Dinghieinsätzen aller Art auch einzusetzen. Diesmal ist das Smartphone heil geblieben. 

Am nächsten Morgen sehen wir bei Niedrigwasser die Ungeheuer von Sanxenxo.

 

Schlagworte: Vor Anker ⚓ Spanien

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